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Tropische Regenwälder gelten als pharmakologische Goldgrube, als die Klimaanlage und auch die Speisekammer der Erde. Mit ihrem einzigartigen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten sind die Wälder rund um den Äquator aber noch viel mehr: Sie sind der Hort des Lebens auf unserem Planeten. Über 40 Prozent der heute verschriebenen Medikamente enthalten pflanzliche Wirkstoffe, meist aus tropischen Pflanzen gewonnen. Aber nur ein Prozent der Regenwaldflora ist überhaupt jemals auf ihre medizinische Wirkung getestet worden. Viele unserer Nutzpflanzen, wie der Weizen, der Mais und der Reis (zusammen sind diese drei Grasarten die Hauptnahrungsquelle für ca. 70 % der Menschheit) stammen aus der Tropenregion. Unsere hochgezüchteten Nutzpflanzen sind aber sehr oft anfällig für Krankheiten oder Schädlingsbefall, die nur durch das Einkreuzen von Urformen der betreffenden Art überstanden werden können. Wegen ihrer gewaltigen Zahl an Bäumen sind die tropischen Regenwälder aber auch von entscheidender Bedeutung für die globalen Wasserkreisläufe und damit das weltweite Klima. Das Leben unterscheidet unsere kleine Erde von allen anderen bekannten Planeten. Unter der großen Zahl an Himmelskörpern im Universum weist (nach heutigem Kenntnisstand) nur die Erde den genau richtigen Abstand zu einer Sonne auf, so dass sich Leben entwickeln konnte. Man nimmt an, dass etwa 70 Prozent der Tier- und Pflanzenarten der Erde nur im tropischen Regenwald vorkommen. In den meisten Fällen sind sie bis heute nicht erforscht, noch nicht einmal entdeckt. Die Vielfalt des Lebens war immer wieder großen Einschnitten unterworfen, nahm aber trotzdem stetig zu, bis wir Menschen vor ca. zwei Millionen Jahren die Bühne des Geschehens betraten. Durch die rasante Vernichtung der tropischen Regenwälder erfährt das Leben auf unserem Planeten unglaubliche Einschnitte. Die deutsche Bundesregierung geht heute davon aus, dass täglich 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Der Verlust einer Art ist unwiderruflich. Mit jeder verlorenen Art gehen aber auch die  in ihnen gespeicherten Erbinformationen verloren, die  in der genau gleichen Form nie wieder entstehen werden. Durch die Zerstörung der Regenwälder werden täglich mögliche Nutz- und Heilpflanzen ausgerottet, deren Eigenschaften von größter Bedeutung für die Menschheit sein könnten. Um auf diese nicht wieder gut zu machenden Entwicklungen hinzuweisen, haben wir uns zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden und die Regenwalddokumentation „Mein Leben am seidenen Faden“ mit dem bekannten deutschen Schauspieler Michael Mendl gedreht. Dieser Film zeigt den vielfach prämierten Schauspieler Michael Mendl bei seiner vermutlich ungewöhnlichsten Reise, einer Expedition in den unberührten Tieflandregenwald von Französisch-Guayana. Bei einer abenteuerlichen Kletterpartie in den Baumkronen der  Urwaldriesen wird Michael Mendl bewusst, dass nicht nur sein Leben in diesem Moment an einem seidenen Faden hängt, sondern durch die Vernichtung der tropischen Regenwälder das gesamte Leben auf unserer Erde bedroht ist. In diesem ungewöhnlichen Film wird das Ökosystem tropischer Regenwald ausschließlich durch die Erlebnisse, Erfahrungen und Emotionen des „Regenwaldneulings“ Michael Mendl geschildert. Michael Mendl unterstützt die Aktivitäten von Faszination Regenwald e.V. nicht nur durch seine Bereitschaft, unentgeltlich an diesem Film mitgewirkt zu haben, sondern auch durch seine Teilnahme an vielen Veranstaltungen.