Wissen -> Oekologie
Ökologie Bis heute sind der Wissenschaft ca. 1,8 Mio an unterschiedlichen Arten bekannt. Es gibt allerdings wissenschaftliche Hochrechnungen, die besagen, dass es auf unserem Planeten tatsächlich aber 30 Mio  Arten gibt. Wir Menschen fliegen zum Mond, wir haben jedes einzelne Gen unseres Erbgutes entschlüsselt, aber wir kennen gerade einmal 6 % der Lebewesen, die mit uns gemeinsam diesen Planeten bewohnen. Die Ursache liegt darin begründet, dass all die unbekannten Lebewesen ihren Lebensraum im unzugänglichen Kronendach des tropischen Regenwaldes haben. Der zweite ähnlich unbekannte Lebensraum ist die Tiefsee der Weltmeere, deren Erforschung die Zahl an unentdeckten und unbekannten Arten nochmals vervielfachen würde. 160 Baumarten in Europa / 300 auf 1 Hektar Regenwald Für nahezu allen Tier- und Pflanzengruppen gilt, dass die Vielfalt der tropischen Regenwälder die der restlichen Wälder enorm überragt. Zum Beispiel lassen sich in ganz Europa, vom Ural bis zu den britischen Inseln, 16o Baumarten zählen. Im Vergleich dazu haben Tropenökologen auf nur einem Hektar (10.000 m²) südostasiatischen Regenwaldes über 300 Baumarten identifizieren können. Betrachtet man das Gesamtbild, muss erwähnt werden, dass der amerikanische Ökologe Terry L. Erwin die Zahl an Baumarten in den Tropen auf über 50.000 schätzt. In unserem Meratus-Wald hat eine vorläufige Bestandsaufnahme eine Zahl von 336 Baumarten ergeben. Das sind mehr als doppelt so viele wie in ganz Europa! Um ein Vielfaches gesteigert wird die tropische Artenvielfalt, wenn man die unzähligen Tier- und Pflanzenarten mit in Betracht zieht, die auf einem einzigen tropischen Urwaldriesen leben. Die Äste der tropischen Bäume sind über und über voll mit Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), die wiederum Lebensraum für viele, meist noch unbekannte Tierarten bieten. In solchen Bromelientümpeln konnten über 60 Tierarten entdeckt werden. Enge Verbreitungsgebiete =  hoher Endemismus Typisch für die Regenwälder ist aber nicht nur die reine, extrem hohe Artenzahl, sondern auch das kleinteilige Verteilungsmuster der Arten, Endemismus genannt. Zum Beispiel sind 32 der 336 Baumarten des Meratus-Waldes endemisch für Borneo. Das heißt, dass diese 32 Baumarten nur auf Borneo existieren und sonst in ganz Südostasien nicht mehr. Noch kleinteiliger ist das Verteilungsmuster vieler Orchideenarten. Hier ist es oft so, dass sich benachbarte Andentäler in ihrer Zusammensetzung an Orchideenarten völlig unterscheiden. Werden dementsprechend die Bergregenwälder eines einzigen Andentales für Viehweiden oder Plantagen genutzt, dann sind die ausschließlich in diesem Tal vorkommenden Tier- und Pflanzenarten für immer ausgestorben. In Europa ist das gänzlich anders. Gilt eine Art in einer bestimmten Region Europas als ausgestorben, dann besteht die Chance, dass sich die gleiche Art doch noch an einer anderen Stelle in Europa finden lässt. Nicht so in den Tropen.