Zerstörung

Ausmaß und Kosten

Mehr als 50% der globalen Regenwälder sind in den vergangenen Jahrzehnten zerstört worden und der Druck auf die noch vorhandenen Wälder wird immer stärker. Jährlich werden ca. 150.000 km² an Regenwäldern brandgerodet mit unabsehbaren Folgen für das Leben auf diesem Planeten und das globale Klima.

Nach Einschätzung der Bundesregierung sterben täglich über 150 Tier- und Pflanzenarten aus, jede davon ein einzigartiges Unikat der Evolution. Gemäß der EU-Studie „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“, die sich mit den globalen Kosten des Arten- und Lebensraumverlustes auseinandersetzt, kostet der Verlust der Biodiversität pro Jahr rund 2 Billionen €. Das liegt zum Beispiel daran, dass es weniger kostet, den vorhandenen Lebensraum für die Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten, als sie vor dem Sterben bzw. Aussterben zu bewahren, wenn es zu spät ist. Auch wird uns die Möglichkeit für notwendige Rückkreuzungen mit den dortigen Pflanzen fehlen, was vergebliche und teure Laborexperimente nach sich ziehen wird, um Krankheiten durch überzüchtete Nahrungsmittel zu verhindern. Zudem birgt der Regenwald viele Nahrungsressourcen, die noch nicht genutzt oder überhaupt entdeckt worden sind. Ein Gesichtspunkt , der in Betrachtung der stets steigenden Weltbevölkerung nicht vernachlässigt werden kann. Es gibt noch viele Gründe für den wirtschaftlichen Schaden, siehe unter anderem auch „grüne Apotheke“.

Gründe:
Holz, Rohstoffe, Agrobusiness

Die Gründe für die Regenwaldzerstörung sind in den drei großen Regenwaldregionen der Welt (Amazonas-, Kongobecken und Südostasien) die gleichen:

Die riesige Nachfrage nach den wertvollen tropischen Hölzern

Trotz mancher, meist unzureichender gesetzlicher Regelungen der westlichen Industrienationen steigt der Verbrauch der begehrten tropischen Hölzer weltweit an. Auf Borneo führte ein unglaublicher Entwaldungstsunami dazu, dass diese Insel, die bis vor wenigen Jahrzehnten fast vollständig mit dichtem, immergrünem tropischem Tieflandregenwald bedeckt war, heute annähernd komplett entwaldet ist.

Rohstoffe für die westlichen und östlichen Industrienationen

Neben der Plünderung der Holzbestände Borneos werden derzeit auch noch die ausgedehnten Kohlebestände dieser Insel in wenigen Jahrzehnten ausgebeutet. Riesige Kohlegruben prägen das Landschaftsbild auf Borneo.

In Brasilien steht die größte Eisenerzgrube der Welt. Die Landschaft wird durch das Schürfen nach Eisen verwüstet, aber darüber hinaus werden im Umkreis von Hunderten von Kilometern rund um die Eisenverhüttungsstätten die Wälder für die Produktion von Holzkohle gerodet.

In Französisch-Guayana, wo sich noch einige der letzten unberührten Regenwälder finden lassen, werden die Regenwaldflüsse durch Quecksilber verseucht. Das rührt daher, dass Hunderte bis Tausende illegaler Goldschürfer bei ihrer Suche nach Gold das Schwermetall einfach in die Flüsse spülen, was mit verheerenden Folgen für die Nahrungskette in diesen Regenwäldern einhergeht.

Agrobusiness

Soja, Rindfleisch und Palmöl:Der industrielle Anbau von landwirtschaftlichen Produkten (Soja in Brasilien, Palmöl in Südostasien) ist flächenmäßig der größte Regenwaldvernichter.

Fleischkonsum

Der übermäßige Fleischkonsum der westlichen Welt ist einer der Hauptmotoren für die Regenwaldzerstörung. Die Regenwälder werden zum einen brandgerodet, um Weideflächen für Rinder zu bekommen und zum anderen, um Soja anzubauen. In Brasilien weiden heute über 60 Mio Rinder auf Flächen, die bis vor kurzem zu den wichtigsten Ökosystemen der Erde zählten. Wenn die Regenwälder nicht direkt für die Viehzucht weiden müssen, dann indirekt: Brasilien hat sich zum weltweit größten Exporteur von Soja entwickelt. Diese hochwertige Eiweißpflanze wird zu einem überwiegenden Teil in der Rindermast der westlichen Agrarfabriken eingesetzt.

Es sind nicht die armen Kleinbauern, sondern das Agrobusiness, angetrieben durch die westliche Nachfrage, die für den größten Teil der Regenwaldvernichtung verantwortlich ist. Der bekannte Münchner Tropenökologe und vielfache Buchautor Professor Josef H. Reichholf sagt dazu: “Das europäische Stallvieh frisst tropische Regenwälder und damit die Biodiversität unseres Planeten. Die ganz großen Flächenverluste entfallen auf Weideland für Vieh und Anbauflächen für Futtermittel für Stallvieh. Was Menschen in den Tropen und Subtropen für ihr Überleben benötigen, fällt nicht nur nicht ins Gewicht, sondern verschwindet als Unsicherheitsfaktor in den Flächenbilanzen.“

Biodiesel

Was in Brasilien Soja ist, ist in Südostasien die Ölpalme. Die Heimat der Orang-Utans wird vernichtet um in großem Stil Palmöl zu gewinnen. Palmöl ist ein seit langem gefragter Rohstoff und ist in vielen Produkten unseres täglichen Lebens, wie Margarine, Kosmetika, Waschmittel etc., zu finden.

Seit Einführung einer verbindlichen Biokraftstoffquote in der Europäischen Union explodiert die Nachfrage nach Palmöl und damit auch der Anbau von Ölpalmen. Die letzten Regenwälder Borneos werden geopfert, um vermeintlichen Biodiesel für europäische PKWs zu gewinnen.

Durch die Brandrodung und die Vernichtung der tropischen Böden in Borneo für die Gewinnung von Palmöl wird gemäß einer wissenschaftlichen Untersuchung 40 mal mehr an Kohlendioxid erzeugt, als im Anschluss durch Biodiesel aus Palmöl eingespart wird. In einem Spiegelartikel (Ausgabe vom 18.02.2008) war ein Bericht zu einer Reise deutscher Bundestagsabgeordneter nach Borneo zu lesen: „Die Nachfrage nach Biokraftstoffen gefährdet Tropenwälder. Wie in einem Horrorfilm kamen sich Bundestagsabgeordnete auf der Insel Borneo vor. Um sie herum nichts als rotbraunes Land, frisch abgeholzter Regenwald. Der an dieser Reise teilnehmende CSU-Bundestagabgeordnete Josef Göppel wird mit den Worten zitiert: „Die Lebensvielfalt aus Millionen von Jahren wird für 10 Jahre Palmölproduktion zunichte gemacht“.

Enge Verbreitungsgebiete
=  hoher Endemismus

Typisch für die Regenwälder ist aber nicht nur die reine, extrem hohe Artenzahl, sondern auch das kleinteilige Verteilungsmuster der Arten, Endemismus genannt. Zum Beispiel sind 32 der 336 Baumarten des Meratus-Waldes endemisch für Borneo. Das heißt, dass diese 32 Baumarten nur auf Borneo existieren und sonst in ganz Südostasien nicht mehr. Noch kleinteiliger ist das Verteilungsmuster vieler Orchideenarten. Hier ist es oft so, dass sich benachbarte Andentäler in ihrer Zusammensetzung an Orchideenarten völlig unterscheiden. Werden dementsprechend die Bergregenwälder eines einzigen Andentales für Viehweiden oder Plantagen genutzt, dann sind die ausschließlich in diesem Tal vorkommenden Tier- und Pflanzenarten für immer ausgestorben. In Europa ist das gänzlich anders. Gilt eine Art in einer bestimmten Region Europas als ausgestorben, dann besteht die Chance, dass sich die gleiche Art doch noch an einer anderen Stelle in Europa finden lässt. Nicht so in den Tropen.

Kohletagabbau auf Boneo

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Palmöl-Transporter ohne Ende

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PUNTOS VERDES

Bis zu 90 Prozent der artenreichen Bergregenwälder am Westhang der Anden in Ecuador wurden bereits vernichtet.

MERATUS DARF NICHT STERBEN

Unsere Anstrengungen gelten dem Erhalt eines einzigartigen Lebensraumes für unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Meratus Region

Das artenreiche Waldgebiet im südöstlichen Borneo ist dem Untergang geweiht.

Maja & Momo

Die traurige Geschichte der Waldmenschen mit zweifelhaftem Happy End.

COP

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