Stellungnahme zu den WaldbrÀnden in Amazonien 2019

Stellungnahme zu den WaldbrÀnden in Amazonien 2019

„Faszination Regenwald e.V.“ fordert ein komplettes Umdenken in der europĂ€ischen Agrarund
Energiepolitik zum Schutz des tropischen Regenwaldes!
Noch immer wird die Dramatik nicht erkannt. Sich auf die Löschung der BrÀnde zu
beschrĂ€nken und im Anschluss über Möglichkeiten zur Wiederaufforstung nachzudenken, wie
vor wenigen Tagen von der Bundeskanzlerin Angela, auf dem G7 Gipfel-Treffen in Biarritz
gefordert, ist bei Weitem nicht ausreichend.
Der erdballumspannende tropische Waldgürtel ist sehr viel mehr als ein riesiger
Kohlenstoffspeicher. Die Bedeutung des tropischen Regenwaldes übersteigt seine Funktion
als die grüne Lunge unserer Erde. Mit den derzeit stattfindenden gigantischen WaldbrĂ€nden
in Amazonien werden nicht nur Milliarden an Tonnen CO2 freigesetzt und der Klimawandel
weiter angeheizt, sondern darüber hinaus wird die derzeitige globale Artenkrise aufs
Massivste verschĂ€rft. Ein Großteil der landgebundenen Artenvielfalt hat seinen Lebensraum
in den tropischen RegenwÀldern. Man kennt heute 1,8 Millionen an unterschiedlichen Tier-,
Pflanzen-, Pilz- und Mikroorganismenarten. Die Wissenschaft geht davon aus, dass aber
insgesamt mehr als 30 Millionen an unterschiedlichen Arten auf der Erde vorkommen, die
meisten davon noch unentdeckt in den Kronen tropischer Urwaldriesen.
Mit der gigantischen Brandrodung der tropischen RegenwĂ€lder wird nicht nur das Ökosystem
Erde in Frage gestellt, das ohne tropische RegenwÀlder nicht funktioniert, es wird das sechste
große, vom Menschen verursachte, Artensterben in der Geschichte des Lebens auf ungeahnte
Weise weiter angeheizt.
Der Motor für die Zerstörung der globalen RegenwĂ€lder ist überall der gleiche: Erst werden
die wertvollen tropischen Urwaldriesen gefÀllt und als zweiter Schritt werden BrÀnde gelegt,
um das Land von der restlichen Vegetation zu „befreien“. Derzeit allein in Amazonien ca.
82.000 BrÀnde. Auf diesen so vorbereiteten FlÀchen werden Grassamen ausgebracht, damit
Rinder weiden können (allein in Brasilien über 215 Millionen) oder sie werden als AnbauflĂ€che
von Soja verwendet. Soja wird als Viehfutter in der chinesischen Schweinezucht oder als
wertvolle Proteinquelle für die Millionen Tiere in Europas StĂ€llen verwendet. Ohne
Sojaimporte aus den Tropen ist die europÀische Massentierhaltung in den derzeitigen
Dimensionen nicht denkbar. Deshalb sind die AnsÀtze der deutschen Bundeskanzlerin und des
französischen StaatsprÀsidenten nur Pflaster auf akute Wunden. Wenn Europa es ernst
meinen würde mit einem Schutz der tropischen RegenwĂ€lder, müsste es seine
Exportorientierung und Massenproduktion in der Landwirtschaft zugunsten einer lokalen und
ökologisch orientierten Nahrungsmittelproduktion aufgeben.
Ähnliches gilt für die Energiepolitik. Hier werden Millionen Tonnen an Biodiesel aus tropischen
Ölpalmen eingesetzt. Die Ölpalme wird in riesigen Mengen v.a. in Malaysia und Indonesien
angebaut. Auf FlĂ€chen, die zuvor durch Brandrodung „gereinigt“ werden müssen. Europa
reduziert seine CO2 -Emissionen durch vermeintlichen „Biodiesel“ und dafür lösen sich an
anderer Stelle die LebensrÀume von Millionen Tier- und Pflanzenarten in Rauch auf.
„Faszination Regenwald e.V.“ fordert deshalb eine radikale Änderung in der europĂ€ischen
Agrar- und Energiepolitik zum Schutze der letzten noch verbliebenen tropischen RegenwÀlder
mit ihrem unglaublichen Artenreichtum! Die grüne Lunge der Erde muss unter
„Denkmalschutz“ gestellt werden.

Günzburg im August 2019
Bernhard Lohr, Birgit Fahr, Kurt Schweizer (Vorstand Faszination Regenwald e.V.)

GĂŒnzburger Zeitung zu „Creating a good life for Orang-Utans“

GĂŒnzburger Zeitung zu „Creating a good life for Orang-Utans“

https://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Ein-Tierschuetzer-berichtet-wie-die-Heimat-der-Orang-Utans-brachial-zerstoert-wird-id55255986.html

Ein TierschĂŒtzer berichtet, wie die Heimat der Orang Utans „brachial zerstört“ wird

Ein Orang-Utan klettert zwischen BÀumen im Tanjung Puting National Park in Kalimantan auf Borneo. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden auf der Insel zur Gewinnung von Palmöl 70.000 Hektar Regenwald gerodet. Foto: Barbara Walton/EPA

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Der Lebensraum von Orang Utans wird immer weiter zerstört.
Bild: Barbara Walton/EPA (dpa)

Der Verein Faszination Regenwald hat einen bedeutenden Orang-Utan-SchĂŒtzer nach GĂŒnzburg eingeladen. Warum die Tiere so leiden mĂŒssen und wie sie geschĂŒtzt werden können.

Es bedurfte starker Nerven um zu ertragen, was da dem Publikum im Sportheim Wasserburg vor Augen gefĂŒhrt wurde. Einem Publikum, das „zum Regenwalderfahrendsten im weiten Umkreis gehört“, wie es Tropenbiologe und Vereinsvorsitzender Dr. Bernhard Lohr formulierte. Geladen hatte er zum Vortrag ĂŒber das Thema „Creating a good life for Orang Utans“ einen hochkompetenten Gast.

Einen „wie es keinen Zweiten gibt“, nĂ€mlich den GrĂŒnder und Leiter der renommierten Orang-Utan-Schutzorganisation COP, Hardy Baktiantor, der auch an der momentan stattfindenden europĂ€ischen Weltklimakonferenz teilnimmt.

Regenwald wird fĂŒr Palmöl gerodet

Weiter eingeladen war Helmut Huber, Vorsitzender des niederbayerischen Partnervereins „Fans for Nature“, der persönliche Erfahrungen ĂŒber die bedrohliche Situation im Regenwald von Borneo beisteuern konnte. Mit drastischen Tatsachen ĂŒber Zerstörung und Leid konfrontierte Lohr in seiner Vorrede die Zuhörer. Brachte, im Zusammenhang mit dem derzeitigen Flammeninferno in Brasilien, die 72000 BrĂ€nde im Amazonasgebiet (eine Steigerung um 83 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr) zur Sprache, die 700000 Quadratkilometer Wald, die seit den 70er Jahren in Brasilien gerodet wurden, um Platz fĂŒr Palmöl, Sojaindustrie und vierfach gesteigerten Rinderexport (allein im letzten Jahr 215 Millionen Tiere im Gegenwert von 6,5 Milliarden Dollar) zu schaffen.

Daneben noch die im Hintergrund betriebene GoldwĂ€scherei im Amazonasgebiet mit rund 200000 illegalen Minen und Gruben. Neben der „brachialen Zerstörung ihres Lebensraumes“ droht, wie Helmut Huber berichtete, den vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie dem Orang-Utan, eine weitere Gefahr: Wenn er sich, in seiner angestammten Region, auf die Suche nach PalmfrĂŒchten macht, oder in bereits abgeholzten Teilen nachwachsende Triebe als Nahrung verwendet, kann er gejagt und getötet werden.

Dorfbewohner fangen die Affen ein und halten sie als Haustiere

Zudem fangen sich Dorfbewohner in der NĂ€he von Plantagen gerne junge Äffchen als Haustiere ein, oder gar als Kinderersatz. FĂŒr ProfijĂ€ger ist es eine hochlukrative Einnahmequelle. Gelingt ihnen nĂ€mlich ein illegaler Export nach Europa, winken, so Huber, bis zu 40000 Euro als Lohn. Bei seiner letzten Reise traf er auf das Äffchenbaby Alois – verletzt, zerschunden, gefangen in einer engen Kiste, allein, ohne Mutter. (Lesen Sie ĂŒber die Rettung eines Orang-Utan-Babys: Was dieses Orang-Utan-Baby mit Offingen verbindet ) Die wurde erbarmungslos getötet. „Emotionen sind in dem Job nicht unbedingt hilfreich“, so sein Kommentar. Er konnte das Baby an sich nehmen und im COP- Rettungszentrum vor dem sicheren Tod bewahren.

Die Zukunft der Orang-Utans, deren Erbgut zu ĂŒber 97 Prozent dem Erbgut eines Menschen gleicht – deshalb der Name Waldmensch – , ist, erklĂ€rte Umweltaktivist Baktiantor, zum Großteil wegen Regenwaldabholzung fĂŒr Palmöl höchst gefĂ€hrdet. Deshalb sei seine Organisation bemĂŒht, mit der Regierung zu einer gesetzlich geregelten Nachhaltigkeitsvereinbarung zu kommen.

Leichter gesagt als getan. Die allmĂ€chtige Palmölindustrie nĂ€mlich versuche vielfach, durch Finanzierungshilfen an Umweltschutzorganisationen eine „Schweigegeldlösung“ zu erreichen. FĂŒr ihn, so betonte Baktianor unmissverstĂ€ndlich, komme aber solch ein Abkommen nicht infrage. Er sei fĂŒr die konstruktive Öffentlichmachung eines Umweltschutzprogrammes, mit dem großen Traum einer 53000 HektarflĂ€che Schutz- und Lebensraum.

In der „Waldschule“ werden verletzte Tiere gesund gepflegt

Einem Ort der Zuflucht, auch fĂŒr seine „Waldschule“, in der eingelieferte Jungtiere auf eine Wiedereingliederung in den Urwald vorbereitet werden, fĂŒr sein Rettungszentrum, in dem verletzte, verbrannte, versklavte oder verhungernde Menschenaffen gesund gepflegt werden können. Nicht immer gelingt dies.

Schockierende Bilder zeigen eine brutale Wirklichkeit, wie sie fĂŒr den Betrachter nur schwer zu ertragen ist: erbarmungslos gejagte Wesen mit gebrochenen Gliedmaßen, abgehackten Fingern, klaffenden Kopfwunden, angeschossenen Körperteilen, ausgezehrter Unbarmherzigkeit. Ergebnis eines ökologischen Desasters, „ausgehend aus einer der reichsten Regionen auf dem Planeten“. Der Grund fĂŒr das Leid und die Regenwaldrohdung – darin waren sich alle Beteiligten einig – ist, neben der Rinderzucht, vor allem die Produktion von Palmöl, das in enorm vielen Nahrungsmitteln, in Kerzen, Reinigungsmitteln, Kosmetik, auch in Biosprit enthalten ist. Genaugenommen in jedem zweiten Supermarktprodukt.

Die abschließende Diskussion mit den Zuhörern brachte es auf den Punkt: Orang-Utans wĂŒrden fĂŒr Palmöl sterben. Doch was können die Menschen tun? Die Meinungen waren so vielfĂ€ltig wie die Möglichkeiten gering. Packungsinformation lesen: weniger im Supermarkt, dafĂŒr mehr frische Waren kaufen und sich in Umweltschutzorganisation engagieren.

Die nĂ€chste Veranstaltung der Reihe „Quo vadis Leben?“ findet am Samstag, 28. September, im Sportheim Wasserburg statt. Es gibt eine Podiumsdiskussion zum Thema globales Artensterben. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

GĂŒnzburger Zeitung zur ersten Ausgabe von „Quo vadis – Leben?“ am 08.10.2018

GĂŒnzburger Zeitung zur ersten Ausgabe von „Quo vadis – Leben?“ am 08.10.2018

https://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Sind-wir-eigentlich-noch-zu-retten-id52379261.html

Leipheim

08.10.2018

Sind wir eigentlich noch zu retten?

Politiker und Biologe Anton Hofreiter, Schauspieler Hannes Jaenicke und NaturschĂŒtzer Helmut Huber diskutierten in Leipheim mit Maximilian Deisenhofer und Bernhard Lohr (von links) zum Thema „Quo vadis, Leben?“.
Bild: Rebekka Jakob

Hannes Jaenicke, Anton Hofreiter und NaturschĂŒtzer Helmut Huber sprechenÂ ĂŒber das, was im Umgang des Menschen mit der Erde schief lĂ€uft.

Die spannendste Frage an diesem Abend im Leipheimer Waldvogel kam ganz zum Schluss aus dem Publikum. Angesichts all der Zerstörung auf dem Planeten, dem Aussterben von Tieren, den Schwierigkeiten, sich gegen die drohende Katastrophe des Planeten Erde zu stemmen, was hĂ€lt da Menschen aufrecht, die sich fĂŒr den Schutz von Tieren und Natur einsetzen? Was bringt sie dazu, weiter zu machen? Die Antworten, die Politiker und Biologe Anton Hofreiter, Schauspieler und Filmemacher Hannes Jaenicke und NaturschĂŒtzer Helmut Huber darauf zum Finale der Podiumsdiskussion „Quo vadis, Leben?“ gaben, fielen unterschiedlich aus. Einig waren sich aber alle drei: Sie werden dennoch weiter machen mit ihrer Arbeit.

Bernhard Lohr, der Vorsitzende des GĂŒnzburger Vereins Faszination Regenwald, setzte dieses Mal auf eine Diskussionsrunde anstelle einer Regenwald-Nacht mit Musik und Film, wie sie in den vergangenen Jahren unter anderem mit Schauspieler Michael Mendl, der GĂŒnzburger Starsopranistin Diana Damrau oder der Popmusikerin Cassandra Steen stattgefunden haben. Die drei, die diesmal auf der BĂŒhne saßen und sich den Fragen von Lohr und Maximilian Deisenhofer stellten, konnten eindringlich von der Zerstörung berichten, die sich auf der Welt breitmacht. GrĂŒnen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter hat wie Lohr seine Doktorarbeit ĂŒber den tropischen Regenwald verfasst und war dazu in Peru vor Ort. Jaenicke befasst sich in seinen Dokumentationsfilmen seit Jahren mit aussterbenden und bedrohten Tierarten, am morgigen Dienstag lĂ€uft seine neueste Doku „Im Einsatz fĂŒr Geparden“ um 22.15 Uhr im ZDF. Und Helmut Huber kĂ€mpft als Vorsitzender der Organisation „Fans for Nature“ seit Jahren auf Borneo fĂŒr das Überleben des Regenwalds als Lebensraum der Orang-Utans – gegen große Hindernisse.

Was die drei aus ihrer Arbeit erzĂ€hlen, ist ernĂŒchternd. Hannes Jaenicke berichtet von Wildtieren, die – mangels jeglicher gesetzlicher Regelung in Deutschland – in nicht artgerechter Weise gehalten werden: Beispielsweise der Gepard, der in einem baden-wĂŒrttembergischen Privatgarten lebt. „Wir drehen jetzt seit sechs Monaten ĂŒber das Aussterben der heimischen Sing- und Zugvögel. 60 Prozent der Vögel und 80 Prozent der Insekten haben wir hier in Deutschland schon verloren.“ Anton Hofreiter Ă€rgert sich ĂŒber den gezielten Betrug am Konsumenten, hinter dem Furchtbares stecke. „Wieso erlauben wir es, dass Produkte importiert werden, in denen de facto tote Kleinbauern stecken?“ Helmut Huber erzĂ€hlt, wie er und seine Mitstreiter auf Borneo mit ansehen mĂŒssen, wie in unvorstellbarem Ausmaß Regenwald zerstört wird, um dort Palmöl anzubauen. Und wie das geschlagene Tropenholz mittels trickreicher Verschiffung GĂŒtesiegel erhĂ€lt, die den europĂ€ischen Kunden falsche Nachhaltigkeit vorgaukeln.

Sind wir also eigentlich noch zu retten? Die Diskutanten sagen: Ja. Denn es gebe durchaus Möglichkeiten, es besser zu machen. Durch mehr AufklĂ€rung, schon in der Schule, sagt Hofreiter. Durch „Besteuerung von Leuten, die rumsauen, und Belohnung fĂŒr die, die nicht rumsauen“ (Jaenicke). Durch faire, nachvollziehbare Siegel und Transparenz bei der Herstellung, findet Huber.

Und wie motivieren sich die Podiumsredner dafĂŒr, genau das weiter zu tun, was sie machen? „Aufgeben gilt nicht“, sagt Jaenicke. Woran er sich hochzieht, sind Hoffnungs-Beispiele: „Als ich Kind war, durften wir keinesfalls in den Rhein, das war eine gefĂ€hrliche Giftkloake. Heute ist der Fluss zwar immer noch nicht sauber, aber Baden kann man wieder.“ Helmut Huber setzt seine Hoffnung auf die jungen Leute, wie auf Borneo. „Die 16-, 17-, 18-JĂ€hrigen sind ein Lichtblick. Sie verstehen, was passiert.“ Und Politiker Anton Hofreiter glaubt daran, dass das Wissen der Menschheit noch nie so groß war wie heute. Dieses Wissen mĂŒsse nur richtig eingesetzt werden. „Wir haben doch alle Chancen, das hinzukriegen.“

Neu-Ulmer Zeitung zur 2.Ulmer Regenwald Nacht

Neu-Ulmer Zeitung zur 2.Ulmer Regenwald Nacht

https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Die-Natur-fasziniert-der-Mensch-weckt-Zorn-id51044421.html

Ulm

07.05.2018

Die Natur fasziniert, der Mensch weckt Zorn

Besucher vor den Schautafeln der Regenwald-Nacht.
Bild: Dagmar Hub

Michael Mendl sagt seinen Auftritt bei der Ulmer Regenwaldnacht kurzfristig ab. Doch seine Filme sind auch ohne den Schauspieler aussagekrÀftig.

Die schlechte Nachricht fĂŒr Fans von Michael Mendl kam zuerst: Der 73-JĂ€hrige, einer der gefragtesten deutschen Charakterdarsteller, musste seinen Auftritt bei der Zweiten Ulmer Regenwaldnacht im Stadthaus kurzfristig absagen. Stattdessen zeigte der GĂŒnzburger Arzt und Biologe Bernhard Lohr nach einem erdgeschichtlichen und evolutionsbiologischen Kurzreferat zunĂ€chst den Film „Mein Leben am seidenen Faden“. Lohr ist Vorsitzender des Vereins Faszination Regenwald, an dem Freitagabend im Stadthaus trat er mit seinen GĂ€sten ins GesprĂ€ch.

Der sozial und ökologisch engagierte Schauspieler Michael Mendl hat fĂŒr „Mein Leben am seidenen Faden“ Biologen in den Regenwald von Französisch-Guayana begleitet hatte. Der Kontrast zum anschließenden zweiten Film „The Final Cut“, gedreht 2013 auf Borneo, schuf starke, emotionale Bilder.

Organisator Bernhard Lohr: Die Bedrohung fĂŒr den Regenwald „aktueller denn je“

Die erste Ulmer Regenwaldnacht hat 2007 stattgefunden. Die Botschaften von der Faszination und der Bedrohung des Regenwaldes seien nicht neu, sagte Lohr, „aber aktueller denn je“. Die GegenĂŒberstellung der beiden Filme mit Regenwald-Botschafter Mendl, zwischen deren Drehs genau zehn Jahre liegen, ergab dann auch spannende EindrĂŒcke: Die leuchtenden Augen des Schauspielers bei seinen Begegnungen mit Fauna und Flora im Amazonas-Regenwald – und seine zornige Empörung angesichts der Erlebnisse der Zerstörung im Regenwald am Mount Meratus auf der indonesischen Insel Borneo.

Illegaler Kohleabbau, Brandrodung, legales und illegales FĂ€llen der uralten Baumriesen, illegale GoldschĂŒrfer-Camps und riesige Monokulturen von Ölpalmen zur Erzeugung von Palmöl zerstören den Lebensraum des Meratus-Regenwaldes. „The Final Cut“ dokumentiert den destruktiven Einfluss der wachsenden Menschheit auf das Ökosystem. Er dokumentiert aber auch den Unwillen der indonesischen Regierung, bestehende Gesetze durchzusetzen – und dokumentiert, so Mendl im Film, den „Aberwitz“ so genannten Bio-Sprits: Die Gesamtbilanz der Umweltbelastung fĂ€llt bei Palmöl-Beimischung in den Treibstoff angesichts der Brandrodung der RegenwĂ€lder zur Palmöl-Produktion negativ aus, echauffiert sich Mendl ĂŒber die EU-Kraftstoff-Politik. In 50 Jahren werde das waldreiche Borneo eine WĂŒste sein, fĂŒrchtet der Regenwald-Botschafter.

Schauspieler Michael Mendl ist auch Regenwald-Botschafter

Der Film stellt die wachsende Zahl der Menschen der stark zurĂŒck gehenden Orang-Utans-Population gegenĂŒber. Bedroht sind die Tiere nicht nur durch die Zerstörung ihres Lebensraumes, sondern auch durch den illegalen Fang der Babys, dem regelmĂ€ĂŸig die Tötung der Mutter vorhergeht. Eine Orang-Utan-Frau bringt in ihrem Leben nur drei bis vier Junge zur Welt, mit denen sie jeweils sieben Jahre in engstem Kontakt lebt, berichtet Lohr. Die UniversitĂ€t Ulm erwĂ€hnt der Diplom-Biologe und Arzt mehrmals lobend: Sein Doktorvater Gerhard Gottsberger gehöre wie die 2011 in Tansania verstorbene Ulmer Tropenforscherin Elisabeth Kalko zu den renommiertesten Tropen-Ökologen.

Zwischen den Filmen prĂ€sentierte die Vokalistin Phoenic ihr Debutalbum „Time to change“. Nicole Bornkessel, die unter diesem KĂŒnstlernamen auftritt, engagiert sich unter anderem fĂŒr Tierrechte. Die 42-JĂ€hrige schreibt alle ihre Texte selbst

GĂŒnzburger Zeitung vom 31.12.2017: Bernhard Lohr – die Stimme des Regenwaldes.

GĂŒnzburger Zeitung vom 31.12.2017: Bernhard Lohr – die Stimme des Regenwaldes.

https://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Bernhard-Lohr-Die-Stimme-fuer-den-Regenwald-id43676216.html

Bernhard Lohr – Die Stimme fĂŒr den Regenwald

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Der GĂŒnzburger Bernhard Lohr macht auf die Zerstörung der tropischen RegenwĂ€lder aufmerksam.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der GĂŒnzburger Arzt und Biologe hat sich in Borneo umgesehen und gefilmt, was rĂŒcksichtslose Umweltzerstörung fĂŒr Folgen hat. AuszĂŒge seiner beeindruckenden Rede.

Von Bernhard Lohrs Dokumentarfilm, der die Zerstörung des Regenwaldes in Borneo zeigt, war Claudia Roth sichtlich beeindruckt; so sehr, dass die VizeprĂ€sidentin des Deutschen Bundestags den Film des GĂŒnzburger Arztes wenige Wochen spĂ€ter dem Dalai Lama geschenkt hat.

Imposant ist das Engagement Lohrs fĂŒr den Regenwald und die Orang-Utans in Borneo. Und hörenswert war auch das, was er beim „Regenwaldkino“ in Offingen im September zu sagen hatte. FĂŒr diejenigen, die an diesem Abend nicht dabei waren, veröffentlichen wir in weiten AuszĂŒgen seine eindringliche Rede. FĂŒr mich war das die „Rede des Jahres 2017“, die im Landkreis GĂŒnzburg gehalten wurde. Sie verdeutlicht, welche Auswirkungen auf uns die Zerstörung der Natur haben kann, die doch so fern der eigenen Heimat geschieht. Und sie zeigt, dass GleichgĂŒltigkeit zu keiner erstrebenswerten Lösung fĂŒhrt. Nachfolgend die Dokumentation der Rede:

„Heute möchten wir nicht nur die Faszination und Bedeutung des tropischen Regenwaldes deutlich machen – heute werden wir ZusammenhĂ€nge aufzeigen. ZusammenhĂ€nge, die nicht bequem fĂŒr uns sind. ZusammenhĂ€nge, die deutlich machen, dass diese WĂ€lder zwar weit von uns entfernt sind, wir hier in Mitteleuropa, in Bayern, in Offingen aber nichtsdestotrotz großen Einfluss auf das Schicksal dieser WĂ€lder haben beziehungsweise umgekehrt natĂŒrlich auch unser Wohlergehen vom Erhalt dieses einzigartigen Waldökoystems abhĂ€ngig ist.

„Die Schlacht wird nicht nur in unseren Herzen geschlagen“

Viele von Ihnen waren bereits GĂ€ste auf einer unserer Regenwald-NĂ€chte, die wir unter anderem. mit Diana Damrau und auch mit den Schauspielern Michael Mendl und Hannes Jaenicke durchgefĂŒhrt haben. Wir wollten unsere Zuschauer im Herzen berĂŒhren, und mit der wunderbaren und einzigartigen Diana Damrau als Botschafterin fĂŒr den Regenwald ist uns dies auch gelungen. Die Schlacht fĂŒr die Rettung des tropischen Regenwaldes, sie wird aber nicht nur in unseren Herzen geschlagen. Die entscheidende BĂŒhne fĂŒr das Schicksal des Regenwaldes ist das politische Parkett. Aber ĂŒber Naturschutz im Allgemeinen und Regenwaldschutz im Speziellen wird kaum oder gar nicht gesprochen. Wieso eigentlich? Klimawandel, Verschmutzung der Meere, globales Artensterben: Geht uns dies nichts an?

Wer in der Lage ist, mehr als ein Jahrzehnt in die Zukunft zu denken, muss erstmals in der Geschichte zu der Überzeugung gelangen, dass es jetzt ums Ganze geht. Unsere Bevölkerung, derzeit sieben Milliarden Menschen, in BĂ€lde zehn Milliarden, ist eindeutig zu groß, damit alle in Sicherheit und Wohlstand leben können. AllmĂ€hlich wird das Trinkwasser knapp, die menschlichen AktivitĂ€ten verschmutzen zunehmend AtmosphĂ€re und Meere.

Das Klima verĂ€ndert sich zuungunsten des Lebens, und fĂŒr viele, ja sehr viele Arten hat das letzte StĂŒndlein bereits geschlagen. Das sind nicht meine Worte, sondern die des bedeutendsten Biologen unserer Zeit, E. O. Wilson.

Dieser Wissenschaftler und Publizist hat in seinem jĂŒngsten Buch geschrieben, dass Naturschutz die zentrale Überlebensfrage der Art Homo sapiens ist. Um weiter mit den Worten von E.O. Wilson zu sprechen: Die menschengemachten Probleme sind global und greifen immer weiter um sich, und der Punkt, an dem es kein ZurĂŒck mehr gibt, kommt unaufhaltsam nĂ€her – Flickschusterei hilft da nicht mehr weiter. Das Wasser fĂŒr die Landwirtschaft, fĂŒr den brandgerodeten Regenwald als AnbauflĂ€che fĂŒr Sojabohnen und Palmölplantagen wird knapp; die KapazitĂ€t der AtmosphĂ€re, ĂŒberschĂŒssiges Kohlendioxid aufzunehmen, ist klar begrenzt. Die Umweltbilanz aller menschlichen AktivitĂ€ten ist negativ, die BiosphĂ€re wird immer labiler und unsere langfristige Zukunft immer ungewisser, so Wilson.

„Naturschutz ist wahrlich kein Luxusproblem“

Folgt man diesem großen Denker des 20. Jahrhunderts, ist es wahrlich kein Luxusproblem, sich mit Naturschutz auseinanderzusetzen. Oder anders formuliert: Naturschutz spielt völlig zu Unrecht ein Schattendasein in der politischen Diskussion, in der öffentlichen Wahrnehmung.

Uns Menschen kommt auf diesem Planeten eine besondere Verantwortung zu. Wir sind eine von vermutlich zehn Millionen auf diesem Planeten vorkommender Arten. Aber irgendwie hat die Evolution es gut mit uns gemeint und uns mit einem Gehirn ausgestattet, das es uns erlaubt, ĂŒber unsere Handlungen und Entscheidungen zu reflektieren. Wir können und sollten darĂŒber reflektieren, dass jede unserer Konsumentscheidungen einen Verbrauch von Umwelt und Natur bedeutet und dass wir mit jeder dieser Entscheidungen, den Lebensraum und damit die Lebens-, ja Überlebensmöglichkeit anderer Arten einschrĂ€nken oder im schlimmsten Fall auch zerstören.

Sie werden in der Dokumentation „The Final Cut“ Maja und Momo kennenlernen, zwei Waldmenschen, deren Schicksal exemplarisch dafĂŒr steht, wie ihre gesamte Art, in diesem Fall die Orang-Utans, durch die AnsprĂŒche ihrer nĂ€chsten Verwandten – uns Menschen – an den Rand der Ausrottung gedrĂ€ngt wird. Das Schicksal der Orang- Utans wiederum steht exemplarisch fĂŒr viele weitere Millionen Tier- und Pflanzenarten, die wir bereits ausgerottet haben beziehungsweise die kurz vor dem endgĂŒltigen Verschwinden stehen.

Evolutionsgeschichte am Endpunkt

Unser Planet ist einzigartig. Ein Großteil des Lebens auf unserer Erde hat seine Heimat im Kronendach des tropischen Regenwaldes. Und das wiederum bedeutet: Mit dem Untergang dieser WĂ€lder, so wie wir ihn derzeit erleben, ist ein Artensterben bisher ungekannten Ausmaßes verbunden. Jede Art ist ein Wunder an sich, sie hat sich nach einem Tausende oder auch Millionen Jahre andauernden Überlebenskampf in unsere Zeit hinĂŒbergerettet. Sie ist die Beste der Besten in ihrer jeweiligen ökologischen Nische, ist sozusagen ein wahrer Champion. Mit dem Aussterben einer Art kommt eine ruhmreiche Evolutionsgeschichte unwiderruflich und endgĂŒltig zum Stillstand. Mit dem Verschwinden einer Art werfen wir einen Teil der Erdgeschichte auf die MĂŒllhalde, ganz zu schweigen davon, dass jede dieser verlorenen Pflanzen-, Bakterien-, Pilz- oder Tierarten einen ungeahnten Nutzen fĂŒr die Menschheit haben könnte.

Jede Art ist einzigartig und mit ihrem Aussterben schließen wir das Buch der wissenschaftlichen Erkenntnis ĂŒber sie fĂŒr immer.

Die fast poetische Formulierung dieser letzten SĂ€tze stammen wiederum vom bereits erwĂ€hnten E. O. Wilson. GefĂŒhlvoller und eindrucksvoller könnte ich unsere Motivation fĂŒr den Schutz des tropischen Regenwaldes nicht beschreiben.“

GĂŒnzburger Zeitung zur 2. GĂŒnzburger Regenwald Nacht mit Cassandra Steen

GĂŒnzburger Zeitung zur 2. GĂŒnzburger Regenwald Nacht mit Cassandra Steen

https://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Dem-Regenwald-eine-Stimme-geben-id39675327.html

GĂŒnzburg

09.11.2016

Dem Regenwald eine Stimme geben

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SoulsĂ€ngerin Cassandra Steen hat nicht nur eine tolle Stimme – zu hören unter anderem in ihrem Hit „Stadt“ – , sie engagiert sich auch als Botschafterin fĂŒr die UN-Dekade der Artenvielfalt. In GĂŒnzburg unterstĂŒtzt sie Ende November den Verein Faszination Regenwald mit einem Auftritt im Forum am Hofgarten. Neben ihr wird auch die Wissenschaftlerin Juliane Diller auf der BĂŒhne stehen.
Bild: Britta Pedersen/dpa

Was SĂ€ngerin Cassandra Steen und Wissenschaftlerin Juliane Diller bei der zweiten GĂŒnzburger Regenwaldnacht zu sagen haben.

Star-Sopranistin Diana Damrau hat schon fĂŒr den Schutz des Regenwalds gesungen. Schauspieler Michael Mendl hat fĂŒr diesen Zweck sein Leben an den „seidenen Faden“ gehĂ€ngt und im Dschungel einen Film gedreht. Kann der GĂŒnzburger Verein Faszination Regenwald noch mehr aufbieten, um fĂŒr sein Anliegen zu werben? Zwei besondere Frauen sind es, die am 26. November im GĂŒnzburger Forum am Hofgarten dem Regenwald ihre Stimme leihen: SoulsĂ€ngerin Cassandra Steen und Wissenschaftlerin Juliane Diller, die im Regenwald einen Flugzeugabsturz ĂŒberlebte.

FĂŒr den GĂŒnzburger Arzt und Tropenökologen Bernhard Lohr, der den Verein Faszination Regenwald vor mehr als zehn Jahren gegrĂŒndet hat, können dies Stimmen nicht laut genug sein. „Das Thema Naturschutz im Allgemeinen und die Regenwaldproblematik im Speziellen sind in der öffentlichen Diskussion in den Hintergrund gerĂŒckt“, sagt Lohr. „Die Situation in den tropischen RegenwĂ€ldern ist aber dramatischer denn je.“ Mit der Regenwald Nacht – der zweiten Auflage, die in GĂŒnzburg stattfindet – will der Verein deshalb die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ein weiteres Mal auf den Schutz dieses einzigartigen Ökosystems lenken.

In den vergangenen Jahren konnte der Verein außergewöhnliche GĂ€ste aufbieten – neben Diana Damrau und Michael Mendl auch Schauspieler Hannes Jaenicke. Das GĂŒnzburger Publikum, sagt der Vorsitzende des Vereins, sei deshalb nicht nur ein sehr anspruchsvolles, sondern auch ein sehr erfahrenes in punkto Regenwald. Es sei also keine leichte Aufgabe gewesen, eine KĂŒnstlerin zu gewinnen, die das Thema Ă€hnlich stimmungsvoll transportiert, wie dies Diana Damrau geschafft hatte. Per Zufall stieß Lohr auf Cassandra Steen, „Soulikone“ Deutschlands und Echo-PreistrĂ€gerin. „Auf einer langen und anstrengenden Autofahrt habe ich Cassandra Steen in einem eindrucksvollen Radiointerview gehört“, erzĂ€hlt Bernhard Lohr. „Ihre frohgestimmte und positive Ausstrahlung, die Hingabe, mit der Sie ĂŒber andere Lebewesen gesprochen hat und der Hinweis, dass sie sich als Botschafterin fĂŒr die UN-Dekade der globalen Artenvielfalt einsetzt, haben mich bewogen, ihr zu schreiben.“ Sofort und völlig unkompliziert habe die SĂ€ngerin zugesagt.

Sie ĂŒberlebte einen Absturz im Regenwald

Neben tief gehender Musik will der Verein aber auch wissenschaftlich fundiert fĂŒr die Schönheit und globale Bedeutung des Regenwaldes begeistern. Diesen Part ĂŒbernimmt in GĂŒnzburg die Wissenschaftlerin Juliana Diller – sie bezeichnet sich selbst in ihrer Autobiographie „als die Frau, die vom Himmel fiel“. Denn Juliane Diller hat eine ganz einzigartige Sicht auf den Regenwald, den sie in einer Art und Weise erlebt wie kein anderer Mensch auf diesem Planeten. In den 1970er Jahren ĂŒberlebte sie als junges MĂ€dchen einen Flugzeugabsturz ĂŒber dem Regenwald von Peru. Das Passagierflugzeug, in dem die damals 17-JĂ€hrige saß, zerbrach in 3000 Metern Höhe, Diller ĂŒberlebte als einzige den Absturz. Schwer verletzt und allein gestellt kĂ€mpfte sie sich damals elf Tage durch den Regenwald. Lohr: „Niemand könnte ihr verdenken, wenn sie vom Regenwald nichts, aber auch gar nichts mehr wissen wollte. Dr. Juliane Diller hat aber genau das Gegenteil davon gemacht, denn sie hat den Regenwald zum Mittelpunkt ihres Lebens, zumindest ihres beruflichen Lebens gemacht.“ Diller studierte das Leben von FledermĂ€usen, machte ihren Doktor der Naturwissenschaften und ist heute stellvertretende Leiterin eines der wichtigsten biologischen Forschungseinrichtungen Deutschlands, der zoologischen Staatssammlung MĂŒnchen. Zudem setzt sie sich seit vielen Jahren fĂŒr den Schutz des tropischen Regenwaldes ein. Sie fĂŒhrt das Naturschutzprojekt ihrer Eltern fort und heute leitet sie die Regenwaldschutzstiftung „Panguana“.

Film mit Michael Mendl feiert UrauffĂŒhrung

Bei der zweiten GĂŒnzburger Regenwaldnacht wird auch Schauspieler Michael Mendl wieder zu Wort kommen – in einem zweiten Dokumentarfilm nach „Mein Leben am seidenen Faden“, der an diesem Abend uraufgefĂŒhrt wird. Der Film ist kein reines WohlfĂŒhl-Programm. Bernhard Lohr erklĂ€rt: „Die Auseinandersetzung mit dem Regenwald ist unvollstĂ€ndig, wenn man sich nicht auch mit den traurigen Aspekten beschĂ€ftigt.“ Um die unterschiedlichen Gesichter der Regenwald-Zerstörung zu zeigen, hat sich Michael Mendl mit dem Filmemacher Jens Wolf und Bernhard Lohr auf den Weg nach Borneo gemacht, um nach Spuren des verschollenen Orang-Utans Weibchens Maja zu suchen. Auf dieser Expedition kommt es zu gefĂ€hrlichen aber eindrĂŒcklichen Begegnungen mit GoldgrĂ€bern, mit HolzfĂ€llern und Wilderern und dabei ist der Film „The Final Cut“ entstanden. Der tropische Regenwald ist zwar weit weg, aber sein Verschwinden trifft uns auch hier in Europa, in Deutschland, in Bayern, sagt der Tropenökologe. Aus diesem Grund bekommt der Verein auch lokale UnterstĂŒtzung bei seiner Veranstaltung, mit Musik von der Musikschule GĂŒnzburg und der Schirmherrschaft, die OberbĂŒrgermeister Gerhard Jauernig ĂŒbernommen hat. Auch der afrikanische Regenwald wird im Forum vertreten sein, denn Franz-Ludwig Keck aus dem Birkenried wird Skulpturen afrikanischer KĂŒnstler ausstellen.