43 Millionen Hektar tropischen Regenwalds zerstört

43 Millionen Hektar tropischen Regenwalds zerstört

Spiegel online vom 13.01.2021

Satellitendaten43 Millionen Hektar tropischen Regenwalds zerstört

Aufnahmen aus dem All zeigen das Ausmaß der Zerstörung: Weltweit wurden in den vergangenen Jahren riesige FlĂ€chen Regenwald vernichtet – vor allem durch Brandrodungen. Das birgt gleich zwei Gefahren.

Regenwald in Brasilien nach Brand (Archivfoto vom August 2020)

Regenwald in Brasilien nach Brand (Archivfoto vom August 2020) Foto: CARL DE SOUZA / AFP

43 Millionen Hektar tropischen Regenwalds sind nach Berechnungen der Umweltorganisation WWF in den vergangenen Jahren allein in 24 besonders stark betroffenen Gebieten zerstört worden. Das gehe aus Satellitendaten von 2004 bis 2017 hervor, teilte der WWF am Mittwoch in Berlin mit. Den grĂ¶ĂŸten Verlust gebe es im Amazonas in den LĂ€ndern Brasilien, Kolumbien, Peru, Bolivien, Venezuela und Guyana mit 18,3 Millionen Hektar. Zur Einordnung: Die FlĂ€che Deutschlands betrĂ€gt 35,7 Millionen Hektar.Der WWF betonte, dass auch Verbraucher in Deutschland eine Mitschuld an der Entwaldung trĂŒgen.

»FĂŒr den Anbau von Futtermittelsoja, Kakao und Rindfleisch, das in die EU importiert wird, wird oft Wald vernichtet. Rund ein Sechstel aller in der EU gehandelten Lebensmittel tragen zur Entwaldung in den Tropen bei«, heißt es in der Mitteilung. »Statt nur mit dem Finger auf Regierungen und Landwirte in Entwaldungshotspots zu zeigen, mĂŒssen wir uns ebenfalls an die eigene Nase fassen«, sagte die Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland, Susanne Winter.

Weiter erklĂ€rte sie, dass RegenwĂ€lder eine Gesundheitsvorsorge fĂŒr Mensch und Natur seien. Beispielsweise speicherten sie Kohlenstoff und seien ein wichtiger Lebensraum fĂŒr Tier- und Pflanzenarten. »Wir mĂŒssen daher dringend die Entwaldung aufhalten, sonst stoppt das Leben, wie wir es kennen«, wurde Winter zitiert.